Im Februar 1972 endete der planmäßige Zugbetrieb zwischen Holzhau und Hermsdorf-Rehefeld. Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Hermsdorf-Rehefeld ist auch heute noch in gutem Zustand und auch die Außenanlagen erinnern an die frühere Bedeutung des Bahnhofs.

Im Sommer 1884 wurde nach achtjähriger Pause der Bahnbau von Bienenmühle bis zur Landesgrenze bei Moldau weiter vorangetrieben. An der 13 km langen Strecke wurden die Haltestellen Holzhau und Hermsdorf-Rehefeld sowie der Haltepunkt Rechenberg eingerichtet.

Insgesamt verfügt der spätere Bahnhof Hermsdorf-Rehefeld über 5 Weichen. Das Empfangsgebäude wurde erst kurz vor der Einweihung der Strecke, die am 15. Mai 1885 stattfand, fertiggestellt. Die Höhenlage des Bahnhofs wurde mit 739,47 Metern über NN angegeben, damit war Hermsdorf-Rehefeld einer der höchstgelegenen Normalspurbahnhöfe in Sachsen.

Bekannt ist auch, daß der Bahnhof zur Zeit der Monarchie Reiseziel für den Hofzug des sächsischen Königs war. Für derartige Besuche wurden im Bahnhofsgebäude besondere Räume bereitgehalten.

Im Personenverkehr hatte der Bahnhof bis 1945 nur geringe Bedeutung und war lediglich Unterwegsbahnhof an der Strecke nach Böhmen. Im Güterverkehr wurden vor allem forstwirtschaftliche Erzeugnisse und Kohle umgeschlagen. Von 1885 bis 1923 wurden die Bahnhofsanlagen auch für die Verladung des Staatlichen Kalkwerks Hermsdorf genutzt. Der Kohlehandel wurde durch die in Frauenstein ansässige Firma H. Metzger betrieben und befand sich bis 1953 im Besitz dieser Firma.

Im zweiten Weltkrieg diente der Bahnhof aufgrund seiner gedeckten Lage als Abstellplatz für Lazarettzüge. Anschließend wurde der Abschnitt bis Moldau nur von Zügen der vier Siegermächte für gelegentliche Fahrten genutzt. Aufgrund einer Weisung der Sowjetischen Millitäradministration wurde die Strecke nach Moldau jedoch nicht sofort im Rahmen der Reparationsleistungen demontiert. Erst nach Abschluß der ersten Grenzverträge mit der Tschechoslowakei und Polen wurde beschlossen, den Übergang Moldau aufzugeben. Im Jahr 1951 wurden die Gleise abgebaut.

Mit dem Rückbau der Gleisanlagen zwischen Holzhau und Hermsdorf-Rehefeld hat man im Frühjahr 1973 begonnen.
Das Bahnhofsgebäude wurde umgebaut und als Erholungsheim der Eisenbahn bzw. als Teil der Betriebsschule Karl-Marx-Stadt genutzt. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen veräußerte die Deutsche Reichsbahn im Oktober 1993 den ehemaligen Bahnhof Hermsdorf-Rehefeld an uns, die Familie Dietrich aus Holzhau.

Wir begannen sofort mit dem Aufbau eines Touristenzentrums – dem „Skibahnhof“, korrekt als Skisportzentrum, Wanderheim, Sporthotel und Freizeitanlagen bezeichnet. Zum Jahreswechsel 1993/94 wurden die ersten Urlauber im umgebauten Bahnhofsgebäude empfangen. Das Frühjahr 1994 war geprägt durch die Eröffnung der Gaststätte im ehemaligen Empfangssalon der Sächs. Könige Albert, Georg und Friedrich August dem III..

Von 1994 - Dezember 1995 wurden weitere Zimmer im Bereich des „Alten Bahnhofs“, Gesamtkapazität nun 31 Betten, fertig gestellt. Dennoch waren die angebotenen Plätze vor allem im Winter durch die Präparation der „Bahnloipe“ sowohl in der Gaststätte als auch im Hotelbereich bald nicht mehr ausreichend. Deshalb entschlossen wir uns, noch einmal zu investieren in das neue Ski - und Sporthotel, wo 1996 nochmals 20 Zimmer und 90 Gaststättenplätze in Rekord verdächtiger Zeit, Grundsteinlegung war am 22.08.1996, Richtfest am 20.10.96 und Inbetriebnahme am 25.12.1996, geschaffen wurden.

Am 11. Juli 1997 pflanzte ein frisch vermähltes Ehepaar an der alten Gleistrasse einen Baum – die „Hochzeitsallee“ hatte einen Anfang.

Weil die Gaststättenplätze im Winter immer noch knapp waren, ließen wir vom 20.-22.12.1998 den Wintergarten montieren, bis zu 60 zusätzliche Sitzmöglichkeiten wurden damit geschaffen.

Die Bahnloipe erfreut sich von Jahr zu Jahr zunehmender Beliebtheit, auch wegen unserer guten Pflege. Im Herbst 2000 schnitten wir den Weg frei bis nach Neurehefeld. Somit war die Anbindung an die vorhandenen Loipennetze Rehefeld/Altenberg und Moldava/Nove Mesto in Tschechien auf eigener Trasse erreicht. Wir tun viel dafür, dass unsere Gäste gute Skibedingungen vorfinden, so wurden z.B. zwei baufällige Brücken saniert, das Gras auf dem Bahndamm wird regelmäßig gemäht und die Bäume entlang der Trasse werden beschnitten.

Natürlich pflegen wir auch die Tradition der Eisenbahn. Nach acht Jahren des Zusammentragens und Sammelns von Dingen, welche im täglichen Eisenbahnbetrieb gebraucht wurden, z.B. alte Dienstvorschriften und Signalbücher, Gleislagepläne und Streckenprofile, Mützen und Uniformen, Fahrkartendrucker, Signallampen und vieles andere mehr, konnten wir am 01.05.2001 unser kleines Eisenbahnmuseum eröffnen.

Die Einweihung des Kinderspielplatzes und vom Sport – und Fitnessraum erfolgte im Jahr 2002.

Unser „Zug“, bestehend aus fünf Kurswagen von „Meridian“ und „Vindebona“ und bespannt mit einer Dampflok der Baureihe 56, nahm im Herbst 2003 seinen Dienst auf und sichert die Verbindung zwischen dem Hotel Historischer Bahnhof und dem Ski – und Sporthotel.

2004 erfolgte die Fertigstellung und Inbetriebnahme der „Sportlerklause“, einem Mehrzweckraum, der sowohl für kleine Feiern als auch zur Übernachtung für Rucksacktouristen genutzt werden kann.

Empfangssalon der Sächs. Könige
Zimmer im Bereich des „Alten Bahnhofs“
Ski- und Sporthotel
Hochzeitsallee
Wintergarten
Bahnloipe
Eisenbahnmuseum
Spielplatz
Sport- und Fitnessraum
Verbindung zw. Historischer Bahnhof und Ski- und Sporthotel
Sportlerklause